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Wie sicher sind Ultraschalluntersuchungen?

Ultraschall ist die einzige Methode, mit der wir das ungeborene Kind in der Gebärmutter untersuchen können. Seit über 35 Jahren wird Ultraschall in der Schwangerschaft weltweit angewandt. Bis jetzt konnte nie ein schädlicher Einfluss auf das Kind oder die Mutter gezeigt werden. 

 

 

Wie genau ist die Ultraschalluntersuchung?

Ist der Ultraschallbefund normal, können Sie mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass wirklich alles in Ordnung ist. Ultraschall eignet sich sehr gut (90% Genauigkeit), um sehr schwere kindliche Probleme zu entdecken d.h. Probleme, die ein Überleben des Kindes möglicherweise nicht erlauben. 

 

Ultraschall ist gut geeignet (75% Genauigkeit). um Probleme zu erkennen, die während der Schwangerschaft und nach der Geburt eine intensive Betreuung und Therapie des Kindes erfordern.

 

Ultraschall  eignet sich jedoch mässig (30% Genauigkeit), um geringfügige Fehlbildungen zu sehen z.B. ein überzähliger oder fehlender Finger oder Zeh, da solche Details nicht immer dargestellt werden können. Es ist auch möglich, dass wir feine Veränderungen z.B. eine auffällige Kopfform feststellen, die selbst keinen Krankheitswert haben, jedoch auf das Vorliegen einer speziellen Erkrankung hindeuten können. Kann diese in der Folge ausgeschlossen werden, hat das Hinweiszeichen selbst keine Bedeutung.

 

 

Was sind die Vor- und Nachteile der Ultraschalluntersuchung?

Ein normaler Ultraschall hat Einfluss auf die weitere Schwangerschaftsbetreuung und kann Sie zudem beruhigen. Wird ein Problem festgestellt, kann der Ultraschall Ihnen und uns wichtige Entscheidungsgrundlagen liefern: Es kann helfen, sich z.B. auf ein krankes Kind vorzubereiten. Die Geburt kann an einem geeigneten Zentrum geplant werden. Gelegentlich kann auch eine Therapie während der Schwangerschaft den Gesundheitszustand des Kindes verbessern.

 

Ultraschall kann jedoch beim Hinweis einer schwerwiegenden kindlichen Störung auch schwierige Fragen aufwerfen: «Soll ich die Schwangerschaft weiterführen oder einen Abbruch durchführen lassen ?» Wir respektieren in jedem Fall Ihre Entscheidung, bitte teilen Sie uns deshalb mit, wenn Sie aus persönlichen Gründen keinen Ultraschall wollen. Wir möchten Sie auch darauf hinweisen, dass bei einem auffälligen oder unklaren Ultraschallbefund weiterführende Untersuchungen erforderlich sein können. Diese werden ausführlich mit Ihnen besprochen. In Abhängigkeit vom Befund und der Schwangerschaftswoche können sich schwierige Situationen ergeben. So ist ab Beginn der Lebensfähigkeit des Kindes (25. Schwangerschaftswoche)abgesehen  von ganz wenigen Situationen extremer mütterlicher Gefährdung, ein Schwangerschaftsabbruch nicht mehr möglich.

 

Wir arbeiten im Team mit Psychologen und Kinderärzten zusammen. Diese stehen Ihnen selbstverständlich zur Verfügung und können für Sie bei der Betreuung einer Risikoschwangerschaft sehr hilfreich sein.

 

Was sind «Invasive Eingriffe»?

Invasive Eingriffe wie die Mutterkuchen- oder Fruchtwasserpunktion werden nach eingehender aerztlicher Beratung durchgeführt. Die Untersuchungen selbst werden unter ständiger Ultraschallkontrolle von einem erfahrenen Operateur (dieser führt pro Jahr mindestes 100 invasive Eingriffe durch !) und einem speziell geschulten Team vorgenommen. Dadurch ist eine Verletzung des Kindes ausgeschlossen. Durch diese Eingriffe kann es in sehr seltenen Fällen (0,5%) zu einer Fehlgeburt kommen. Nach dem Eingriff sollte daher vorsorglich eine körperliche Schonung für ca. 1–3 Tage möglich sein. Schwere Belastungen wie Tragen von Lasten oder Sport sollten für ca. 2 Wochen eingeschränkt werden.

Ein invasiver Eingriff muss in Abwägung aller Risiken erfolgen. Häufige Gründe für eine Punktion sind:

Erhöhtes mütterliches Alter

Mütterliches Alter                    Risiko für Erbsubstanz-     Risiko für Down-                                             Störungen insgesamt        syndrom

20                                            1 : 526                             1 : 1667

30                                            1 : 385                             1 :   909

35                                            1 : 178                             1 :   380

38                                            1 : 105                             1 :   175

40                                            1 :   63                             1 :   109

45                                            1 :   19                             1 :     32

 

Weitere Gründe können sein:

  • - Familiär vorkommende Erbsubstanzstörungen
  • - Vorausgegangene Schwangerschaft mit Erbsubstansstörung
  • - Auffälliger Ultraschallbefund
  • - Auffälliger AFP-Plus Test
  • - Auffälliger ERSTTRIMESTER-Test
  • - Familär vorkommende Erberkrankungen
  • - Bestimmte mütterliche Infektionen in der Schwangerschaft

 

 

Was ist eine Fruchtwasserpunktion?

Wird ab der abgeschlossenen 15. Schwangerschaftswoche mit einer sehr dünnen Nadel über die Bauchdecken der Mutter durchgeführt. Eine Verletzung des Kindes ist praktisch ausgeschlossen, da die Unterschung unter ständiger Ultraschallkontrolle vorgenommen wird. Es werden 14–18 ml entnommen. Diese Menge wird vom Kind innerhalb weniger Stunden nachgebildet. Das Resultat ist durchschnittlich 9–10 Tage nach der Punktion verfügbar, also ca in der 17. Schwangerschaftswoche.

 

Was ist eine Mutterkuchenpunktion?

Wird ab der 11. Schwangerschaftswoche mit einer dünnen Nadel über die Bauchdecke der Mutter durchgeführt. Vorgängig erfolgt eine Lokalanästhesie der Haut. Ein geschätztes reines Zottengewicht von 10–15 mg reicht für eine Direktpräparation und eine gleichzeitige Kultivierung aus. Das Resultat der Direktpräparation ist innerhalb von 36 Stunden verfügbar. Das Resultat der Langzeitkultur benötigt durchschnittlich 10 Tage.

 

Fruchtwasser- oder Mutterkuchenpunktion?

Aufgrund Aufgrund des schnellen Resultates zu einem sehr frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft (11. Schwangerschaftswoche gegen 16. Schwangerschaftswoche) bei gleicher Fehlgeburtsrate, ist die MUTTERKUCHENPUNKTION heute die Methode der Wahl zur Diagnose einer Erbsubstanzstörung. Selbstverständlich entscheiden am Schluss Sie über die Wahl der Methode.

 

Welche Komplikationen können bei einer Fruchtwasserpunktion oder einer Mutterkuchenpunktion auftreten?

Keine Operation ist völlig frei von Risiken. Allerdings kommt es bei beiden Eingriffen nur sehr selten zu Komplikationen. Zu den Risiken zählen: Das Risiko einer Fehlgeburt. Es liegt bei etwa 0,5%–1% und hängt klar von der Erfahrung des Arztes ab. Risiko in unserem Hause: kleiner als 0,5%, bei ca. 150 Punktionen im Jahr durch einen Operateur.

 

Kontraktionen der Gebärmutter. Diese Reaktion ist normal und lässt in der Regel nach einer Stunde wieder nach. In seltenen Fällen, zum Beispiel bei einem Myom, kann der Eingriff aus technischen Gründen nicht durchgeführt werden oder er misslingt.

 

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